Sonntag, 19. August 2012

Gestaltungsanlehnung: Wandbild nach Keith Haring

Die pädagogischen Fachkräfte einer Einrichtung traten an mich heran und fragten, ob ich gemeinsam mit ihren Kindern und Jugendlichen verschiedene Wandbilder in neuen Räumlichkeiten gestalten könnte. Die Herausforderung hierbei bestand in der breiten Altersspanne der Teilnehmer_innen von 10 bis 18 Jahren. Da alle Angebote, die ich ausrichte, jede_n Teilnehmer_in in irgendeiner Form einbinden können sollen und jede_r die Chance erhalten soll, sich selbst zu verwirklichen, wählte ich als Maßgabe eine Gestaltungsanlehnung an Keith Haring.

Zum Einstieg betrachteten wir gemeinsam verschiedene Werke von Keith Haring und arbeiteten die Elemente heraus, die sich oft in den Werken Harings wiederholten. U.a. nutzte ich hierzu das Backdrop-Video von Madonnas Song "Into The Groove" der "Sticky and Sweet"-Tour aus dem Jahre 2008. Diese Animationen vermitteln meines Erachtens sehr gut die Idee der Freude, Vielfalt und Bewegung, die ich in Harings Werken sehe.

Im nächsten Schritt überlegten die Teilnehmer_innen welche Symbolik sie in das Werk einarbeiten wollten und wie diese Symbolik in Anlehnung an Keith Harings Stil umgesetzt werden könnte. Hierbei war ihnen ein Bezug zum Wohnort sowie Freizeitort wichtig.

Nachdem die Teilnehmer_innen sich über den Aufbau des Hintergrundes geeinigt hatten, begannen sie gemeinsam Figuren zu entwerfen und diese auf dem Hintergrund anzuordnen. Nach und nach entstand somit das Wandbild in seiner Rohform.

Diese wurden dann eingescannt und am Computer mittels Grafikprogramm in Vektorgrafiken umgewandelt, um einheitlichen Proportionen zu erhalten.

Anschließend wurde ebenfalls der Hintergrund digitalisiert und durch die Figuren ergänzt. Erst dann wurde eine Farbauswahl getroffen und die Vorlage des Wandbildes komplettiert.

Am Folgetag übertrugen die Teilnehmer_innen die digitale Vorlage mithilfe eines Beamers mit Bleistift auf die Wand. Die Vorlage dient im gesamten Arbeitsprozess als Orientierung, um zu gewährleisten, dass Proportionen eingehalten werden können und die Teilnehmer_innen Mut fassen können, um Farbe an die Wand zu bringen.

Nach und nach entstand so schließlich ein Wandbild. Nicht 1:1 entsprechend dem damaligen Entwurf oder der digitalen Vorlage, aber dennoch komplett durch die Teilnehmer_innen entworfen und umgesetzt. Im Laufe der Zeit gewannen auch die Teilnehmer_innen an Sicherheit im Arbeitsprozess und entfernten sich langsam von ihrer Vorlage.