Studien

Die aufgeführten Studien können hilfreich sein, um bei Bedarf die eigene kunstpädagogische Arbeit zu rechtfertigen sowie Orientierungen für konzeptionelle Arbeiten zu finden.

INHALT:
  1. 2009 "Access of Young People To Culture - Final Report" der EACEA (The Education, Audiovisual and Culture Executive Agency)


1.  2009 "Access of Young People To Culture - Final Report" der EACEA (The Education, Audiovisual and Culture Executive Agency)

Initiatoren: EACEA (The Education, Audiovisual and Culture Executive Agency); Studie im Rahmen des „Jugend in Aktion“-Programms des Jugendreferats der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur

Methode der Datenerhebung: Fragebogen

Forschungsteam: Koordinationsteam, fünf Projektverantwortliche, 27 nationale Mitarbeiter, die europäische Kommission, Jugendorganisationen und Jugendliche

Zielgruppe: 15 – 24 Jahre; 12 – 15 Jahre; 24 – 29 Jahre

Schwerpunkte:
  • Trends der Jugendkultur in Europa
  • Hindernisse junger Menschen im Zugang zu Kultur
  • Benennung von relevanten Studien und Statistiken
  • Katalogisierung inspirierender und erfolgreicher Beispiele
Grundverständnis/ Hintergrund der Studie:
„Der Zugang zu Kultur von Jugendlichen, sei es als Akteure oder als Konsumenten, ist eine entscheidende Bedingung für ihre vollwertige Mitgliedschaft in der Gesellschaft. Zugang zu Kultur kann das Bewusstsein für ein gemeinsames kulturelles Erbe stärken und ein weltoffenes, gemeinnütziges Engagement fördern. Beteiligung an kulturellen Aktivitäten ermöglicht es Jugendlichen, ihre kreative Energie auszudrücken und damit an ihrer persönlichen Entwicklung und ihrem Zugehörigkeitsgefühl in einer Gesellschaft mitzuwirken.“ – in Anlehnung an die Empfehlung der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) über die Teilnahme und Mitwirkung aller Bevölkerungsschichten am kulturellen Leben (1976)
Erkenntnisse: 
  • Jugendliche sind keine homogene Gruppe und benötigen differenzierte, koordinierte und langfristige Strategien für den Zugang zu Kultur, selbst wenn dieselben Trends auch in anderen Ländern beobachtet werden können.
  • Zugang Jugendlicher zu Kultur gewinnt zunehmend an Interesse auf allen entscheidenden politischen Ebenen (international, europäisch, national, regional und lokal).
  • Geld, geographische Einschränkungen und Zeit bleiben das Haupthindernis in Bezug auf den Zugang Jugendlicher zu Kultur.
  • Familie und soziales Umfeld sind fundamentale Elemente bei der Ermutigung zu kultureller Partizipation.
  • Digitalisierung kann als Motor für kulturelle Teilnahme genutzt werden.
  • Es sollten bessere Erkenntnisse über die Beteiligung und den Zugang Jugendlicher zur Kultur erzielt werden.
  • Genau genommen, gibt es sogar die Notwendigkeit zu evaluieren, was die Jugendlichen selbst als wichtig erachten, wenn es um den Zugang zu Kultur und kulturellem Angebot geht und was ihre Zukunftserwartungen sind.
  • Das Medienbild der Jugendlichen sollte verbessert werden.
  • Der Zugang zu Informationen sollte weiter verbessert werden.
  • Ehrenamtliche Arbeit ist ein wichtiger Teil der kulturellen Partizipation.
  • Beziehungen der bürgerlichen Gesellschaft zu der Rolle des privaten Sektors müssen ergründet werden. 

Empfehlungen für Europäische Institutionen:
Die Möglichkeiten zum Informationsaustausch fördern durch...
  • Schaffung einer europäischen Datenbank zum Austausch
  • Ermöglichung von Wissenszugang zu anderen Kulturen
  • neue Technologien und Austauschprogramme
Wissensverbesserung durch...
  • Forschungen auf EU-Ebene in den Bereichen Jugendkulturen, Kreativität, Rolle der Kultur im sozialen Zusammenhang, Zugang von Jugendlichen  zu Kultur in der EU
  • die Entwicklung von Datensammelbanken und Statistiken zu diesen Themen

Empfehlungen für Mitgliedsstaaten auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene:
Den "Kulturzugang" in alle Maßnahmen für Jugendliche einbinden durch...
  • Erkennung von Interdependenzen verschiedener Kulturbereiche und Förderung dieser tragfähige Langzeitstrategien 
  • sinnvolle Freizeitgestaltung durch Orte für Zusammenkünfte, Kreativität, gemeinschaftliches Lernen und kulturelle Aktivitäten
  • differenzierte Strategien für verschiedene Jugendgruppen entwickeln
Positive Aktionen müssen für einen Abbau von Hindernissen in Bezug auf den Kulturzugang von Jugendlichen entwickelt werden durch...
  • Überwachung und Abbau dieser Hindernisse
  • Strategien für verminderte Eintrittspreise und mehr jugendfreundliche, formlose Umfelder 
  • Anpassung des öffentlichen Transportwesens
Bildung, Lehrgänge und Qualifizierung fördern durch...
  • Kultur- und Kunsterziehung im (außer)schulischen Bereich
  • spezialisierte Lehrgänge
  • Änderung des negativen Images der Jugendlichen von Kultur
Entwicklung von Strategien der sozialen Eingliederung, Antidiskriminierung, Antirassismus und Gleichberechtigung durch...
  • Programme zur Unterstützung des Verständnisses und Respekts für kulturelle Vielfalt
  • Entwicklung interkulturelle Fähigkeiten 
  • Partizipation bei kulturelle Erfahrungen
Die kreative Nutzung von neuen Informations- und Kommunikationstechniken und neuen Technologien durch...
  • Programme zur Förderung der Medienkompetenz, kultureller Fähigkeiten und sozialer Verantwortung
  • Unterstützung von Forschung, Wissensbildung und Informationsaustausch,um eine Wissensbasis für Methoden und strategische Planungen aufbauen zu können

Empfehlungen für die Zivilgesellschaft:
Aktivierung von Kulturinstitutionen durch...
  • die Entwicklung von Entscheidungsinitiativen in Planung von Programmen, Marketing etc.
  • Engagement, Teilnahme in öffentlichen Bemühungen
  • angepasste Fahrpläne für Kulturaktivitäten

Aktivierung von Jugendorganisationen und denjenigen, die aktiv mit Jugendlichen zusammenarbeiten, um Partnerschaften zu entwickeln und Kulturprojekte anzuregen.